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Schlechte Führung, hoher Krankenstand?!

„Wenn der Chef zum Problem wird“ betitelte  der Tagesspiegel am 12. September 2016 seinen Artikel zur Studie der AOK zu Fehlzeiten in Betrieben.  Die AOK fand heraus, dass ein erhöhter Krankenstand sehr häufig mit einer schlechten Unternehmenskultur, und explizit mit schlechter Führung, zu tun hat. Das Statistische Bundesamt legte kürzlich nach: Die Lohnnebenkosten stiegen in 2016 um 3,4%. Verantwortlich dafür ist u. a. ein Ansteigen des Krankenstands gegenüber dem Jahr 2015*.
Ganz klar: wenn Mitarbeiter krank sind, sollen sie zuhause bleiben und sich auskurieren. Was aber, wenn die Führung zur psychischen Belastung wird und Mitarbeiter verstärkt in eine Krankheit ausweichen, um ein paar Tage Ruhe zu haben oder weil sie sich wirklich schlecht fühlen? Dann zahlen alle darauf – die Mitarbeiter (Stress, Unzufriedenheit), das Unternehmen (Lohnnebenkosten, Employer Branding) und die Führungskraft (weil sie kein Feedback zur schlechten Performance bekommt und einfach so weitermacht).
 
„Wir merken sehr schnell, in welchen Teams die Führung nicht gut ist“, sagte vor einigen Jahren ein Betriebsarzt zu mir, als ich ihn im Rahmen eines Teamcoachings befragte. Das Team war u. a. durch einen erhöhten Krankenstand aufgefallen, und einige Mitarbeiter hatten beim Betriebsarzt Unterstützung gesucht. In einem anderen Unternehmen befand sich eine  Führungskraft in einer schwierigen persönlichen Situation und hatte ihr Führungsverhalten in den letzten Jahren gravierend verändert.

Ich meine: Statistiken über steigende Kosten in Zusammenhang mit einer hohen Krankheitsrate sind hilfreich – weil sie den Finger in die Wunde legen und Unternehmen an ihrer empfindlichsten Stelle treffen – an den Kosten.

Problematische Teamsituationen und überforderte Führungskräfte sollten noch viel mehr in den Fokus von Geschäftsführern und Human Resources rücken. Damit es allen besser geht und die Kosten wieder sinken. Damit die Führungskraft eine Chance bekommt, etwas zu ändern. Somit entsteht für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation. Es erfordert, dass man sich mit dem Problem auseinandersetzt und gemeinsam mit allen Betroffenen nach Lösungen sucht. Wenn das gelingt, kommen die Mitarbeiter wieder gerne zur Arbeit und nebenbei hat sich die Konfliktmanagement-Kompetenz im Unternehmen erhöht.

Fazit: es ist wichtig, sich auch mit den unangenehmen Seiten von Führung auseinanderzusetzen: Überforderte Führungskräfte, die über Machtausübung führen, Mitarbeiter, die es (immer noch!) gewohnt sind, zu gehorchen und sich durch Krankheit „in Sicherheit“ bringen, und alle schauen weg, solange, bis es nicht mehr zu übersehen ist.

Wenn dann der Konflikt bearbeitet ist, beginnt die Aufbauarbeit: Teamspirit erzeugen, Motivation wachsen lassen, Begeisterung erzeugen.

Manchmal möchte man das Zweite vor dem ersten haben. Doch das ist auf direktem Weg oft nicht zu haben. Erst muss Klarheit geschaffen werden. Dann geht’s an die Aufbauarbeit. In dieser Reihenfolge.

* https://www.welt.de/wirtschaft/article162757448/Warum-die-deutsche-Arbeit-immer-teurer-wird.html

 

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